Stiftung

Herausforderung barrierefreies Kloster

Schülerinnen des Gutenberg Gymnasiums erkunden unter Anleitung der Fachstelle Inklusion im Rahmen der Projektwoche die Barrierefreiheit des Klosters Eberbach

900 Jahre alte Mauern und Barrierefreiheit sind zwei schwer zusammenbringende Aspekte, die das Kloster Eberbach immer wieder vor neue Herausforderungen stellen.

Im Rahmen eines Projekts am Gutenberg Gymnasium erkundeten Schülerinnen der Mittelstufe einen Vormittag lang das Klostergelände und den Rundgang. Angeleitet wurden sie dabei von der Fachstelle Inklusion (F.INK.), einem Modellvorhaben in Kooperation zwischen dem Rheingau-Taunus-Kreis und der Sankt Vincenzstift gGmbH.

Nach einer kurzen Einführung durch eine Gästeführerin zur Geschichte und Nutzung des Klosters heute, teilten sich die Schülerinnen in Kleingruppen und erkundeten das Kloster unter verschiedenen Voraussetzungen. Mit Rollstühlen, Augenbinden und Langstöcken sowie Kopfhörern ausgestattet, machten sich die ersten drei Gruppen auf den Weg, während die vierte Gruppe sich ohne Materialien mit einer kognitiven Einschränkung auseinander setzte.  Anderthalb Stunden erkundeten die Schülerinnen das Gelände und dokumentierten ihre Erfahrungen. Schon nach kürzester Zeit trennten sich die Wege, denn um barrierefrei zur Klosterkasse zu kommen, müssen Umwege in Kauf genommen werden. In der Auseinandersetzung mit der anderen Perspektive entwickelten die Schülerinnen eigene Lösungswege: so z.B. die Idee, einen Audioguide zu nutzen, um eine visuelle Einschränkung auszugleichen und den Klosterrundgang trotz dieser zu erkunden.

 

In der anschließenden Auswertung reflektierten die Schülerinnen ihre Erfahrungen, die in einen Impulsbericht der Fachstelle Inklusion münden, der für die Stiftung Kloster Eberbach erstellt wird. „Wir sind uns bewusst, dass auf dem Klostergelände so manche Barriere vorhanden ist und stellen uns dieser Verantwortung. Unser Ziel ist es, das Kulturgut Kloster Eberbach für so viele Menschen wie möglich erfahrbar und erlebbar zu machen. Dazu zählt die Auseinandersetzung mit den Hürden ebenso wie die Suche nach möglichen Lösungen“, resümierte das Team der  Stiftung Kloster Eberbach nach der Reflexionsrunde und freuten sich über die vielfältigen und guten Anregungen der Schülerinnen.

 

Erste Projekte für mehr Barrierefreiheit im Kloster sind bereits in Arbeit: so wird der Kreuzgang ab November saniert und damit einfacher zugänglich. Parallel entsteht in den kommenden Wochen ein Taktiles Modell der Klosteranlage, das blinden und sehbehinderten Besucherinnen und Besuchern als Orientierungshilfe dienen kann.

Stiftung Kloster Eberbach

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