Weingut

Presseinformation: EU sagt Ja zu Staatsweingütern 25. August 2017 (Quelle: Hessisches Ministerium der Finanzen, Presseinformation Nr.126)

Entscheidung der EU-Kommission zu Hessischen Staatsweingütern: Wirtschaftliche Selbständigkeit der Staatsweingüter Kloster Eberbach gestärkt. Trennung von Weinbergen und Weingut wird aufgehoben.

Die EU-Kommission hat grünes Licht für die Pläne des Landes Hessen zur Zusammenführung des Weingutes und der Weinberge bei der Hessischen Staatsweingüter GmbH gegeben. „Für das Weingut ist das ein ganz besonderer Tag“, sagte der Hessische Finanzminister und Aufsichtsratsvorsitzende der Staatsweingüter GmbH, Dr. Thomas Schäfer, heute im Kloster Eberbach. „Durch die Zusammenlegung wird endlich wieder das vereint, was in jedem Weingut zusammen gehört!“ Das Ja der EU bestätige zudem den erfolgreichen Abschluss der Sanierung des Weingutes und die Neuordnung der Eigenkapitalstruktur. „Damit sind die Hessischen Staatsweingüter Kloster Eberbach als eines der bedeutendsten und ältesten Weingüter Deutschlands für die Zukunft gerüstet“, so Schäfer. In der EU-Entscheidung heißt es: „2002 waren die Staatsweingüter ein marodes und unwirtschaftliches Weingut. Heute betreibt die GmbH ein modernes Weingut mit einer hocheffizienten Kellerei und modernstem Gerät. Sie erwirtschaftet seit sechs Jahren Gewinne und hat gute Aussichten, dies weiter und mit steigender Tendenz zu tun.“ Das Land hatte bei der EU-Kommission den Antrag auf Notifizierung der Sacheinlage der von dem Weingut bewirtschafteten Grundstücke in die Hessische Staatsweingüter GmbH Kloster Eberbach eingereicht.

Auch der Geschäftsführer der Staatsweingüter, Dieter Greiner, freut sich über die Entscheidung der EU: „Bislang gehörten dem größten deutschen Weingut lediglich 0,5 Hektar Weinberge, für alle anderen 250 Hektar Weinberge werden Pachten gezahlt. Das Weingut hat bislang kein Grundvermögen, das Banken als übliche Sicherheit für Kredite dienen kann. Zukünftig sind wir nun ein wirtschaftlich normal strukturiertes Weingut, dem 80 % der bewirtschafteten Weinberge gehören.“ Damit sei sichergestellt, dass auch in Zukunft notwendige Investitionen z.B. in die Steillagentechnik und Querterrassierung finanziert werden können, so Greiner. “Trotz geringen Eigenkapitals, der Pachtzahlungen, sowie der aufwändig zu bewirtschaftenden 92 Hektar Steillagenflächen sind die Staatsweingüter bereits seit sechs Jahren nachhaltig profitabel!“ Nun werde, so Greiner, die Trennung zwischen dem Weinbaubetrieb der Staatsweingüter GmbH und dem Betrieb gewerblicher Art als Eigentümerin der Weinberge aufgehoben. „Es entsteht damit jetzt ein Weingut mit branchenüblicher Struktur und der ‚Geburtsfehler‘ der Staatsweingüter GmbH wird damit beseitigt“, erläuterte Greiner. Zum Eigentum der GmbH hätten bislang lediglich der Steinbergkeller und das Umlaufvermögen gezählt. Zukünftig würden wieder nahezu alle Weinberge und Betriebsgebäude zum Weingut gehören, wie dies vor GmbH Gründung im Jahre 2003 stets der Fall war. Die Trennung von Weingut und Grundstücken habe sich nach den Worten Greiners in der Praxis nicht bewährt.

„Durch die Zusammenlegung wird die wirtschaftliche Selbständigkeit der Staatsweingüter nachhaltig gestärkt“ erläuterte Finanzminister Schäfer. Die Übernahme der Grundstücke versetze, so Schäfer, die Gesellschaft zudem in die Lage, sich wie andere Weingüter zu marktüblichen Konditionen am freien Kapitalmarkt zu refinanzieren. Damit könne die Gesellschaft das vor rund 10 Jahren vom Land nach den Auflagen der EU-Kommission gewährte partiarische Darlehen in Höhe von 7,5 Millionen Euro kurzfristig durch ein Bankdarlehen ablösen und zurückzahlen. „Mit der Genehmigung der Zusammenführung von Grundstücken und Weingut durch die EU, sind die Staatsweingüter ein rundum zukunftsfähiges und nachhaltig wirtschaftlich solides Weingut“, sagte Schäfer.

„Als Weingut des Klosters Eberbach sind die Staatsweingüter ein wichtiger Kultur- und Genussbotschafter der Region und unseres Bundeslandes. Mit einem jährlichen Umsatz von 12,5 Millionen Euro ist das Weingut darüber hinaus auch ein wichtiger Arbeitgeber und Wirtschaftsfaktor“, sagte Schäfer. Außerdem sei es ein stabiler und verlässlicher Partner für rund 30 Winzerfamilien, die knapp 20 % der Weinberge des Weingutes bewirtschaften.


„Wir freuen uns sehr, dass die Europäische Kommission den Weg für die weitere, erfolgreiche Entwicklung des Weingutes frei gemacht hat“, sagten Schäfer und Greiner abschließend.

Hintergrund:
Die Eigenkapitalbasis der GmbH ist zukünftig mit anderen Weingütern vergleichbar. Das Eigenkapital steigt von 19 auf 50 %, der Branchendurchschnitt liegt bei ca. 60 %.
Das Weingut soll auch in Zukunft wichtige Impulse für die Weinwirtschaft geben. Der preisgekrönte Steinbergkeller ist deutschlandweit Vorreiter für moderne und landschaftsschonende Architektur. Als erstes Traditionsweingut haben die Staatsweingüter konsequent auf den Drehverschluss gesetzt, der heute überwiegend selbst bei VDP Großen Gewächsen eingesetzt wird. Innovative Technologien wie die optische Traubensortierung oder der erste Steillagenvollernter-Einsatz in Hessen bis hin zu Drohnen-Einsatz gehören zu den wichtigen Impulsen.

Das Weingut bewirtschaftet 92 Hektar Steillagen und soll im Auftrag des Landes wirtschaftlich selbständig gemeinsam mit der Hochschule Geisenheim weitere wichtige Impulse zur rentablen Bewirtschaftung der Steillagen setzen.
Das Weingut ist Mitglied und Kooperationspartner der Gebietswinzergenossenschaften und Weinbauverbände im Rheingau und der Hessischen Bergstraße und Gründungsmitglied des Verbands Deutscher Prädikatsweingüter VDP.

Die ganze Pressemitteilung finden Sie auch hier.

 

 

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