Neuerscheinung: Grabmäler im Kloster Eberbach

Mit der Vorlage dieses von Dr. Yvonne Monsees verfassten Werkes wird in gewählt handlicher Form erstmals einer breiten Öffentlichkeit ein detaillierter Überblick über die nach vollendeter Restaurierung neu geordneten Totengedächtnismale in der Klosterkirche und im Kreuzgang geboten.
In wissenschaftlich anspruchsvoller und dennoch allgemein verständlicher Darstellung der einzelnen Grabplatten und ihrer Inschriften erschließt sich dem Leser ein phänomenales Spektrum äbtlich-geistlicher wie weltlicher Bestattungskultur im Kontext von Kloster-, Adels- und Geistesgeschichte.
Die durch großzügige Stiftungen an das hochgeschätzte Kloster zur Beisetzung angenommenen Angehörigen des Adels wie auch des frommen Bürgertums nutzten seit dem 14. Jahrhundert die Aufhebung des ursprünglich strengen Begräbnisverbotes in Zisterzienserkirchen, um sich dauerhaft des besonderen Fürbittgebetes der Mönche und damit ihrer „Memoria“ zu sichern. Eine hohe Auszeichnung als begehrtes Mausoleum erreichte die Klosterkirche mit der Begräbnisverfügung dreier Mainzer Erzbischöfe und siebzehn Familienmitgliedern der mächtigen Grafen von Katzenelnbogen zugunsten Eberbachs. Von den über 140 archivalisch nachweisbaren Totengedächtnismalen, vornehmlich dem 14. und 15. Jahrhundert angehörend, sind nach massiver Zerstörung infolge der Klosteraufhebung 1803 noch 89 Grabplatten von schlichter bis zu höchst aufwändiger Gestaltungsqualität erhalten geblieben. Trotz der Verluste findet diese immer noch erstaunliche Fülle der Grabzeugnisse im Kloster Eberbach weit über die Region hinaus nur noch eine Parallele im Mainzer Dom; vor allem ihre Inschriften stellen einzigartige historische Quellen dar. Einige der Eberbacher Figurenplatten reihen sich ein in die hervorragendsten Schöpfungen plastischer Grabmalskunst des Mittelalters. Der Band ist für 9,80 € entweder an der Klosterkasse oder über Herrn Riedel (06723/4433) erhältlich.
Das Zisterzienserkloster Eberbach an der Zeitenwende

Mit dem vorliegenden Band wird ein Eckstein in der Erforschung Eberbacher Geistes-, Kultur- und (Wein-)Wirtschaftsgeschichte an der Nahtstelle zwischen Mittelalter und Neuzeit gelegt, der seine Existenz der akribisch-buchhalterischen wie passioniert-mitteilsamen Schreibfreudigkeit des Abtes Martin Rifflinck verdankt. Kein anderer Abt und damit seine Ära, erst recht nicht im Hinblick auf das Mittelalter, ist in der Eberbacher Geschichtsdarstellung so dokumentarisch faßbar wie dieser Klostervorsteher und sein monastisches Panorama.
Den Höhepunkt des Bandes setzt die erstmalige Edition des äbtlichen Geschäftstagebuchs von einzigartigem Quellenwert, das nicht nur gelegentliche Notizen überliefert, sondern systematische Aufzeichnungen zu Vorgängen und Vorfällen inner- und außerhalb seines, wie Martin Rifflinck formuliert „berühmten und hochgeachteten Klosters Eberbach“.
824 Seiten
Preis: 49,90 Euro
ISBN 3-929135-53-1
Standardwerk mit 824 Seiten, 15 Beiträge von 10 Autoren, Band 120 der Quellen und Abhandlungen zur mittelrheinischen Kirchengeschichte im Selbstverlag der Gesellschaft für mittelrheinische Kirchengeschichte
Herausgegeben von Wolfgang Riedel, dem Vorsitzenden des Freundeskreises Kloster Eberbach e.V.
Bestellungen werden auch entgegengenommen beim Schatzmeister des Freundeskreises Herrn Hartmut Gläser, Heimatstraße 4, 65344 Eltville
Inhalt
• S.1 Heinrich Meyer zu Ermgassen: Wer schreibt, der bleibt – Martin Rifflinck, der Schreiber
• S.29 Otto Volk: Eberbach und Boppard. Das Kloster und die Heimat seines Abtes Martin Rifflinck
• S.49 Heinrich Meyer zu Ermgassen: Kloster und Welt. Außenbeziehungen Kloster Eberbachs zur Zeit des Abtes Martin Rifflinck (1498-1506)
• S.55 Peter Walter: Martin Rifflinck als Student in Heidelberg und sein universitäres Umfeld
• S.83 Nigel F. Palmer: Der bibliophile Martin Rifflinck und die Klosterbibliothek inseiner Zeit
• S.113 Andrea Gerster: Die Amtsführung des Abtes Martin Rifflinck im Spiegel seines Geschäftstagebuches ‚Variae Annotationes’.
• S.287 Hilmar Tilgner: Monastische Selbstdarstellung und reichsfürstlich-höfische Repräsentation. Das ‚Große Faß’ von 1485 in der Zisterzienserabtei Eberbach und seine Parallelen in Mitteleuropa bis 1700
• S.345 Susanne Kern: Jubilate Deo – Die Ausmalungen im Kloster Eberbach vor 1500 und anläßlich des Jubeljahres 1500
• S.367 Exkurs: Eine Muttergottesstatue und ihre Konsole in Kiedrich
• S.369 Hilmar Tilgner: Die Baugeschichte der Eberbacher Klausur um 1500. Aspekte der ‚Renovatio’ unter Abt Martin Rifflinck und das spätere Schicksal dieser Umgestaltung
• S. 407: Gabriele Hefele: ‚Grüßt einander mit dem heiligen Kuß’. Die Paxtafel des Abtes Martin Rifflinck aus der Zisterzienserabtei Eberbach
• S. 433: Yvonne Monsees: Verloren und wiedergefunden – Zur Grabplatte des Abtes Martin Rifflinck
• S. 449: Michael Oberweis: ‚Variae Annotationes’. Das Geschäftstagebuch Martin Rifflincks, Editorische Vorbemerkungen
• S. 460: Edition und Übersetzung
• S. 656: Register der Orts- und Personennamen
• S. 676: Heinrich Meyer zu Ermgassen: Quellenbeilagen. 1: Vectura vinorum
• S. 748: Index und Glossar zu der ‚Vectura vinorum’
• S. 771: Inventare
• S. 790: Index und Glossar zu den 6 Inventaren
• S. 808: Schiedspruch zwischen Kloster Eberbach und Johann Rifflin