Hier eine Übersicht der Termine desFreundeskreises
Kloster Eberbach
für das Jahr 2012
(insbesondere für unsere Mitglieder, aber auch Nicht-Mitglieder sind herzlich willkommen!)
Freitag, 24. Februar: ab 17 00 Uhr (Herings-) Essen in der Klosterschänke
Samstag, 17. März: 14 00 Uhr Mitgliederversammlung mit Verabschiedung der
neuen Satzung
16 00 Uhr Vortrag Dr. Thomas Liebert:
"Kanäle für's Kloster –
die historische Wasserführung der Zisterzienser in Eberbach".
Die Wasserbaukunst der Zisterzienser im Kloster Eberbach
Die Stiftung und der Freundeskreis Kloster Eberbach luden ein zu einem Vortrag des Archäologen und Historikers Dr. Thomas Liebert zum Thema „ Wasser für’s Kloster – Die historische Wasserführung der Zisterzienser in Eberbach.“
Der Referent präsentierte seine im Rahmen der Generalsanierung Eberbachs durchgeführte Erforschung der Schriftquellen, der Bodenfunde sowie des vorhandenen (und verschwundenen) Baubestandes im Hinblick auf die Wasserversorgung des Klosterorganismus der Zisterzienser in Eberbach: hatte doch explizit das Wasser in vielerlei Funktionen einen immensen Stellenwert für das pionierhafte Wirtschaftssystem des Ordens. Die frappierenden Ergebnisse des nun abgeschlossenen Projektes zur klösterlichen Infrastruktur, so etwa von woher und wie das Wasser herangeführt wurde und wie funktionierte die Abwasserentsorgung, standen nicht nur im Mittelpunkt des Vortrags, sondern werden darüber hinaus auch in absehbarer Zeit in der Reihe der Arbeitshefte des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen publiziert.
Samstag, 23. Juni: Exkursion in die Wetterau
Hauptziel: Zisterzienserkloster Arnsburg
Sonntag, 26. August: Zisterzienser-Tag
11 30 Uhr Laiendormitorium
Geistliche Chormusik
- Ein Florilegium aus sechs Jahrhunderten -
Vocalensemble Ars Cantandi, Düsseldorf
15 Uhr Laiendormitorium
Vortrag
Archivoberrat a.D. Dr. Hartmut Heinemann, Wiesbaden:
Glanz und Größe in unruhiger Zeit
– Die Zisterzienserabtei Eberbach im späten Mittelalter –
18 Uhr Basilika
Choral – Hochamt
Zelebrant: Abt Andreas Range, Zisterzienserabtei Marienstatt
Donnerstag, 13.-
Samstag, 15. September: Exkursion in den Thüringer Wald
Hauptziele: Zisterzienserkloster Georgenthal
Benediktiner-Reformkloster Paulinzella
Freitag, 30. November: 14 00 Uhr Vereinsfamiliärer Adventskaffee
Ergänzungen nicht ausgeschlossen.
Liebe Vereinsmitglieder,
nach einem sehr inhaltsreichen Jubiläumsjahr, das uns in vielen Facetten die zisterziensische Kulturgeschichte des Kloster fortschreibend nahe brachte, finden wir uns unversehens wieder in einem hoffentlich ebenso gelingenden Folgejahr, das Ihnen ganz persönlich mit weitgehender Beschwerdefreiheit aufwarten möge!
Wenn wir nun unseren Vereinsweg 2012 beginnen, so steht uns, die wir uns Eberbach auf besondere Weise verschrieben haben, ein gegenwartsbezogener und erst recht zukunftsweisender Meilenstein in Gestalt einer gänzlich neu gefassten Satzung ins Haus: Unsere bis zur Stunde gültige – zugleich überhaupt die erste Satzung des Vereins – entspricht schon seit geraumer Zeit nicht mehr den gewandelten Realitäten sowohl im Hinblick auf die Überführung der Klosteranlage in eine Stiftung öffentlichen Rechts als auch unserem in fast drei Jahrzehnten ausgereiftem Selbstverständnis. Der Vereinsvorstand hat somit den überfälligen Erfordernissen Rechnung getragen und in mühevoller Detailberatung die neue Satzung ausgearbeitet, die Ihnen zusammen mit der gültigen von 1983 in der Anlage vorgelegt wird. Die neue Satzung soll bei der hiermit anzukündigenden Mitgliederversammlung am 17. März um 14 Uhr verabschiedet werden. Somit ist unsere diesjährige Versammlung, zu der Sie die gesonderte Einladung ebenfalls in der Anlage vorfinden, von fundamentaler Bedeutung für unsere aktuelle Standortbestimmung.
Dass mit jenem Nachmittag eine umfassende Präsentation der im Rahmen der Generalsanierung durchgeführten wissenschaftlichen Erforschung der historischen Wasserführung des Klosters verbunden werden kann, ist ein von hohem Interesse begleiteter Glücksfall. Sie werden über die Ergebnisse des jungen Forschers, Dr. Thomas Liebert, erstaunt sein, und den immensen Stellenwert des Wassers gerade für die Zisterzienser und auf Eberbach bezogen neu entdecken. Nicht zuletzt war die Wasserwirtschaft der Mönche auch auf die Speisung zahlreiche Fischteiche in der Umgebung eines Klosters, aufgrund des Fleischverbots, ausgerichtet. Davon ausgehend wage ich den Gedankensprung zu unserer ersten anstehenden Begegnung im Neuen Jahr, dem traditionellen Heringsessen (es gibt auch genügend Alternativen) am Freitag nach Aschermittwoch, 24. Februar ab 17 Uhr in der Klosterschänke.
Die unvergessliche Präsentation des gewaltigen Werkes „Die Mönchs- und Nonnenklöster der Zisterzienser in Hessen und Thüringen“ (Sonderdruck Eberbach steht noch zur Verfügung) in Verbindung mit unserer Mitgliederversammlung im vergangenen Jahr, lässt nahe liegend den Plan fassen, im Rahmen unserer beiden Standard-Exkursionen in diesem Jahr davon zwei der nach Eberbach herausragenden Zisterzienserklöster aufzusuchen. Zunächst widmen wir uns also am Samstag, 23. Juni der Eberbacher Fililalgründung Arnsburg in der Wetterau mit der stimmungsvollen romanischen Kirchenruine und den teilweise erhaltenen Konventsgebäuden. Die außerordentlich kulturträchtige und fruchtbare Landschaft zwischen Taunus und Vogelsberg entlang der Wetter bietet auf engem Raum eine Vielzahl kunsthistorischer Kostbarkeiten, die in Auswahl das Tagesprogramm bereichern: Niederweisel (rom. Johanniterkirche), Stauferburg Münzenberg, Hirzenhain (spätgot. Stifts- und Wallfahrtskirche), Konradsdorf (rom. Prämonstratenserkirche und Abtshaus).
Eine mehrtätige Exkursion führt uns – abenteuerlich – über die Rhön kreuz und quer durch den Thüringer Wald vom 13.- 15. September. Wie oben angedeutet, die zweite anvisierte Zisterzienserabtei nach Arnsburg ist die zumindest in den Fundamenten freigelegte stattliche Klosteranlage Georgenthal (südl. Gotha). Unser Standquartier ist die in der ottonischen Kaiserzeit reichspolitische Bedeutung erlangende und durch die farbenprächtigen „Feengrotten“ populär gewordene Stadt Saalfeld. Von dort aus besuchen wir eine der formvollendetsten (Kloster-) Kirchen der Hochromanik: die trotz ihrer Ruinosität immer noch imposante Säulenbasilika der cluniazensischen Reformabtei Paulinzella. Die Kirchenruine galt im Zeitalter der Romantik mit deren Hinwendung zur verklärten Vergangenheit, gepaart mit dem erwachenden Nationalgefühl als ein zentrales Denkmal des Zusammenspiels von Architektur und Natur.
Liebe Mitglieder, wer Paulinzella nicht begegnet ist, kennt die Geisteshaltung romanischer (Kloster-) Kirchenbaukunst nicht ganz! Die Reise findet ihren Abschluss im Süden des Thüringer Waldes mit der komplexen Stiftsanlage (bedeutende rom. Kirchenruine) des Hausklosters der mächtigen Grafen von Henneberg in Veßra bei Schleusingen (heute Freilicht- und Agrarhistorisches Museum) sowie die hochinteressante vorromanisch-karolingische Klosterkirche in Rohr bei Meiningen, einst in Verbindung mit einer berühmten Königspfalz (dort Reichstag 984).
Die Reisekosten betragen für die Wetterau 35,- €; für den Thüringer Wald inkl. HP 255,- € im EZ; im DZ p.P. 230,- €. Ihre Anmeldung richten Sie bitte umgehend, spätestens zum 29. Februar, an meine Anschrift! Sie erhalten wie üblich vor den Fahrten schriftlich Detailinformationen, danach erst wird die Zahlung fällig.
Verehrte Mitglieder, kehren wir von unseren Reiseträumen zurück in unser Heimatkloster Eberbach, so hoffen wir, dass die Mittelzuwendungen der Hessischen Landesregierung im Rahmen der laufenden Generalsanierung für die Wiederherstellung des sog. Neuen Krankenhauses (Klosterkasse etc.) nach geraumer Verzögerung wieder fließen. Davon würde das derzeit auch blockierte Projekt Lapidarium für die zahlreichen Architekturfragmente ebenso profitieren, wie die sehr sicherungsbedürftigen Gewölbe der Basilika.
Weiterhin ist auf eine besondere Veranstaltung in Eberbach aufmerksam zu machen: Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau lädt zum Jahr der Kirchenmusik zu einem Forum „Frauen - Singtag“ am 2. Juni ein. Das Tagesprogramm entnehmen Sie bitte dem beigefügten Faltblatt. Zu diesem Anlass wird auch eine Fotoausstellung mit „Eberbach-Blickwinkeln“ von unserer Frau Dr. Yvonne Monsees für einige Wochen zu sehen sein.
Eine höchst erfreuliche Nachricht besteht in der inzwischen vollendeten enormen Forschungs- und Fleißarbeit unseres verdienstvollen Vorstandsmitglieds, Herrn Oberarchivrat a.D. Dr. Hartmut Heinemann. Zutiefst dankbar dafür nehmen wir hier die persönliche Beschreibung seiner beiden Projekte Eberbach-Bibliographie und Eberbacher Urkunden im Internet von ihm entgegen:
„Seit Ende 2011 ist die Homepage des Freundeskreises um eine Attraktion reicher: Ein bibliographisches Verzeichnis mit annähernd 500 Titeln erschließt die gesamte Literatur zu Eberbach. Sie wird in zwei Varianten geboten: Einmal strikt nach dem Verfasser in alphabetischer Folge, wobei die Quelleneditionen nachgestellt sind. In einem zweiten Verzeichnis ist die Literatur thematisch gegliedert. Erfasst sind alle Monographien und Aufsätze, in denen Eberbach zumindest mit einem eigenen Kapitel behandelt wird. Falls erforderlich, wird der Titel kommentiert. Die Literatur ist ziemlich vollzählig erfasst. Trotzdem mag mancher entlegene Titel „durch die Lappen“ gegangen sein. Bitte mir melden: hartmut.heinemann@hhstaw.hessen.de. Die Bibliographie soll künftig immer zum Jahresende aktualisiert werden.
Das Kloster Eberbach verfügt über einen wahren Schatz von annähernd 3.500 Urkunden überwiegend im Original, bisweilen auch nur in Abschrift. Die Masse stammt aus dem Mittelalter. Zu diesen zumeist in lateinischer Sprache abgefassten Urkunden liegt jetzt eine umfassende Verzeichnung des jeweiligen Inhalts in Regestenform vor. Das Verzeichnis ist über das Internetportal der Hessischen Staatsarchive bequem einsehbar: www.hadis.hessen.de. Ein Link auf unserer Homepage führt Sie dorthin. Machen Sie einen Test, Sie werden überrascht sein!“ Soweit Dr. Heinemann.
Gestatten Sie mir abschließend und wiederholend eine wichtige Bitte: unserem Aufruf an Sie im vergangenen Jahr zur Bekanntgabe Ihrer email-Adresse zwecks Vereinfachung unseres Schriftverkehrs sind etwa ein Fünftel (!) der Mitglieder nachgekommen. Dieses Ergebnis erscheint nun doch zu unrealistisch; daher legt der Vorstand Ihnen nochmals nahe, wenn Ihre Mitteilung noch aussteht, dies bitte nachzuholen. Unser Dank für die große Ersparnis an Arbeitsaufwand und Kosten, die dem Verein damit zugute kommt, ist Ihnen gewiss!
Liebe Damen und Herren, seien Sie nochmals zu allen unsern Veranstaltungen, besonders aber zu unserer Mitgliederversammlung mit Vortrag und schon weit im Voraus zum Zisterzienser-Tag am 26. August, der einen Vortragshöhepunkt bereithält, eingeladen. Dazu aber mehr im Sommer-Rundschreiben.
Bewahren Sie bitte Ihre Treue zum Kloster und zu unserem Verein!
In besonderer Verbundenheit grüßt Sie sehr herzlich
Wolfgang Riedel
(Vorsitzender)