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Urs Althaus zu Gast im Kloster-Eberbach-Podcast

40 Jahre „Der Name der Rose“: Urs Althaus zu Gast im Kloster-Eberbach-Podcast - Wenn Mönch Venantius vom Filmset erzählt

Genau 40 Jahre nach dem Kinostart wird „Der Name der Rose“ in Kloster Eberbach gefeiert: Eine Jubiläumsausstellung erinnert an die spektakulären Dreharbeiten des Jahres 1985, im Rahmen des kinoSommer hessen wird der Film an diesem Wochenende zum Erlebnis in der Basilika – und im Kloster-Eberbach-Podcast „Heiliger BimBam“ kommt nun einer zu Wort, der mittendrin war: Urs Althaus, der im Film den Mönch Venantius spielte.

In der Jubiläumsfolge erzählt Althaus dem Moderatoren-Duo Melanie Besecke und Julius Wagner von seiner ungewöhnlichen Besetzung, der ersten Begegnung mit Sean Connery, der Zusammenarbeit mit Regisseur Jean-Jacques Annaud – und von einem Drehtag, den er wohl nie vergessen wird. Es ist die persönliche Geschichte hinter einem Film, dessen Bilder sich längst in das kulturelle Gedächtnis eingeschrieben haben.

EIN WELTSTAR ÖFFNET DIE TÜR

Urs Althaus war 26 Jahre alt, als er für „Der Name der Rose“ gecastet wurde. Er war noch ein junger Schauspieler und hatte den Roman von Umberto Eco – entgegen der Erwartungen seines Agenten – zunächst nicht gelesen. Als Produzent Bernd Eichinger und Regisseur Jean-Jacques Annaud ihn in New York kennenlernen wollten, musste es schnell gehen. Der 500 Seiten starke Roman lag vor ihm, doch zum Casting erschien er schließlich mit einer ehrlichen Antwort auf die Frage, ob er das Buch gelesen habe. „Ich muss Ihnen ganz, ganz ehrlich sein. Ich wollte es mir kaufen gehen, aber ich war gestern Abend auf einer Party und ich kam einfach nicht dazu“, erinnert sich Althaus im Podcast.

Seine Offenheit kam offenbar gut an. Annaud versprach, ihm im Fall einer Besetzung das Drehbuch zu schicken. Wenig später war klar: Aus dem jungen Schweizer Schauspieler sollte Venantius werden, der gelehrte Mönch, dessen Tod die dramatische Handlung des Films in Gang setzt.

Bemerkenswert: Annaud hatte die Figur offenbar schon Jahre zuvor vor Augen. Er zeigte Althaus kurz vor Beginn der Dreharbeiten eine Zeichnung. „Und ich sagte, das bin ja ich.“ Der Regisseur habe ihm erklärt, er habe das Gesicht des späteren Venantius bereits viele Jahre zuvor gezeichnet. Als er Althaus in New York begegnet sei, habe er gewusst: „Ich habe Venantius kennengelernt.“

DER MOMENT MIT SEAN CONNERY

Auch die erste Begegnung mit James-Bond-Darsteller Sean Connery ist für Althaus bis heute unvergessen. Als der damalige Weltstar gemeinsam mit Jean-Jacques Annaud und F. Murray Abraham den Raum betrat, habe sich die Atmosphäre schlagartig verändert. „Man sah nur Connery. Der hatte eine Präsenz, eine Ausstrahlung.“ Für den jungen Schauspieler war dieser Moment die unmittelbare Begegnung mit der ganz großen internationalen Filmwelt. Wenig später kam es zu einer persönlichen Begegnung: Connery hielt beim Hinausgehen inne, wartete auf Althaus und stellte sich ihm vor. „Und für mich war das natürlich wie ein Ritterschlag.“

SECHS STUNDEN TOT IM SCHWEINEBLUT

Besonders plastisch wird Althaus, wenn er von den Dreharbeiten zu seiner eigenen Todesszene erzählt. Eigentlich sollte eine lebensgroße Puppe den toten Venantius darstellen. Doch Annaud entschied kurzfristig, Althaus solle die Szene selbst spielen. „Du bist ja ein Method-Actor“, habe der Regisseur zu ihm gesagt. Also lag der junge Schauspieler stundenlang im Schweineblut auf dem Boden des Klosters. Denn einen Toten zu spielen, sei keineswegs so einfach, wie man denken könnte: „Der Körper muss ganz, ganz schwer sein. Man darf nicht hören oder sehen, dass du atmest.“ Weil eine Aufnahme nicht gelang, musste die Szene am nächsten Tag wiederholt werden. Stundenlang lag Althaus erneut im Dreck. Am Ende jedoch erwartete ihn eine besondere Anerkennung: „Da kam das ganze Set, angeführt von Sean Connery und Murray Abraham, zu mir, dem toten Mann, der am Boden lag, und gab mir eine Standing Ovation.“

WAS BLEIBT, WENN DER FILM LÄNGST GESCHICHTE IST?

Hierin liegt der besondere Reiz dieser Podcastfolge: Althaus erzählt nicht nur von einem legendären Filmset, sondern davon, wie sich der Blick auf einen solchen Ort und eine solche Erfahrung mit den Jahrzehnten verändert.

Während der Dreharbeiten blieb für die Schauspieler kaum Zeit, die Atmosphäre der ehemaligen Zisterzienserabtei wahrzunehmen. Sie warteten in ihren Trailern, wurden zum Set gebracht und mussten funktionieren. „Da war natürlich so viel los mit den Kameramännern, mit den Assistenten, dass uns die Schönheit eigentlich gar nicht aufgefallen ist.“ Heute erlebt Althaus Kloster Eberbach anders. Er beschreibt die historischen Räume als „Ort der Kraft“ und verbindet die Stille des Klosters mit einer Erfahrung, die weit über die Erinnerung an einen Film hinausgeht. Sein Wunsch: „Möge das Kloster noch hunderte Jahre überdauern, dass es ganz viele Menschen berührt und sie diese Erfahrung machen können.“

FILMGESCHICHTE ZUM ANSCHAUEN, HÖREN UND WIEDERENTDECKEN

Die neue Podcastfolge erscheint zu einem Zeitpunkt, an dem Kloster Eberbach „Der Name der Rose“ auf unterschiedliche Weise wieder aufleben lässt. Die Jubiläumsausstellung „40 Jahre Der Name der Rose – Mythos, Film und Kloster Eberbach“ zeigt ikonische Filmszenen, originale Requisiten, historische Fotografien und Erinnerungen von Zeitzeugen. Der Podcast „Heiliger BimBam“ fügt dieser filmhistorischen Rückschau nun eine weitere Perspektive hinzu: die Stimme eines Schauspielers, der selbst Teil dieser Geschichte war.

Die Jubiläumsfolge „40 Jahre Der Name der Rose – Interview und Zeitreise mit Urs Althaus“ – erscheint überall dort, wo es Podcasts gibt, sowie auf unserer Homepage.

Pressemitteilung

In der Jubiläumsfolge erzählt Urs Althaus von den Dreharbeiten zu „Der Name der Rose“ © Jonas Reuter

Urs Althaus war 26 Jahre alt, als er für „Der Name der Rose“ gecastet wurde © Jonas Reuter

Julius Wagner, Melanie Besecke und Urs Althaus vor der „Verbotenen Tür“ © Jonas Reuter

Die Jubiläumsausstellung erinnert an die spektakulären Dreharbeiten des Jahres 1985 © Samira Schulz

02.10.2026 ⋅ Pressemeldung