Zukunft der Mobilität trifft auf Mittelalter: Autonome Fahrzeuge am Kloster Eberbach

Test bis März 2021 / gemeinsamer Test von RMV, RTV, Rheingau-Taunus-Kreis und der Stiftung Kloster Eberbach / Kostenloses Mitfahren über Gelände des Ausflugsziels

Ab dem 24. September ist ein autonomes Fahrzeug des Pilotprojekts EASY (kurz für Electric Autonomous Shuttle for You) am Kloster Eberbach unterwegs. Donnerstags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr sind Besucherinnen und Besucher eingeladen, kostenlos mitzufahren und die Zukunft der Mobilität hautnah zu erleben. Das Fahrzeug fährt Haltestellen zwischen dem Besucherparkplatz, Haupteingang und der Erlebniswelt Hortus Ludi, oberhalb des Busparkplatzes an. „Autonome Fahrzeuge bieten perspektivisch eine tolle Möglichkeit, das klassische ÖPNV-Angebot zu ergänzen. Wir testen im Projekt EASY daher an verschiedenen Standorten Technik und Akzeptanz der autonomen Fahrzeuge. Nach Tests am Mainkai im Herzen Frankfurts und auf dem Unternehmensgelände der HELIOS-Kliniken in Wiesbaden freuen wir uns, am Kloster Eberbach die Fahrzeuge erstmals im Freizeitverkehr einzusetzen. Wir laden alle Besucherinnen und Besucher herzlich zu einer Probefahrt ein und sind gespannt auf alle Rückmeldungen“, so RMV-Chef Prof. Knut Ringat.

Das Fahrzeug bietet insgesamt acht Sitzplätze, welche abhängig vom Verlauf der Corona-Pandemie womöglich nicht immer alle besetzt werden. Es fährt völlig selbstständig mit bis zu 11 Stundenkilometern auf der Strecke. Sensoren sorgen dafür, dass das Fahrzeug Hindernisse erkennt, seine Geschwindigkeit verringert und wenn nötig stoppt. Zusätzlich ist bei jeder Fahrt ein sogenannter Operator im Fahrzeug, der den Betrieb überwacht, Fahrgästen beim Ein- und Aussteigen hilft und natürlich Fragen rund um die Technik und das Projekt beantwortet.

„Der ÖPNV ist in einem Flächenkreis wie dem Rheingau-Taunus-Kreis eine besondere Herausforderung“, so Frank Kilian, Landrat des Rheingau-Taunus-Kreises. „Wir sind stolz und freuen uns, dass wir bei der Frage, wie der ´ÖPNV der Zukunft` aussehen kann, mitwirken dürfen. Kommt es irgendwann zum Einsatz von autonom fahrenden Bussen, wird das sicherlich eine große Bereicherung bei den Themen Kosten, Anbindung und Pünktlichkeit im Rheingau-Taunus-Kreis sein. Der Einsatz von autonomen Bussen wird sich positiv auf Attraktivität und Bedarfsorientierung des ÖPNV auswirken.“

„Gemäß unseres Leitspruchs „Uralt trifft Hochmodern“ passt dieses zukunftsweisende Projekt perfekt zu einem der bedeutendsten Kulturgüter Europas, das seine Hochphase der Entstehung im Mittelalter hatte und heute jährlich hunderttausende Gäste anzieht. Mit dem Angebot eines autonomen Shuttles erhöhen wir unsere Attraktivität als touristisches Ausflugsziel – und schaffen gleichzeitig Komfort in Form einer kostenlosen Tour rund um unser schönes Kloster! Das rein elektrisch betriebene Shuttle ist zudem eine sehr nachhaltige Lösung, da der bezogene Strom im Kloster aus erneuerbaren Energien gewonnen wird. Wir danken unseren Projektpartnern für ihr Vertrauen und die Zusammenarbeit“, so Timo Georgi, Mitglied des Vorstandes der Stiftung Kloster Eberbach.

 „Für uns ist EASY eine tolle Möglichkeit, eine zukunftsweisende Technik wie autonomes Fahren in unserer Region zu testen. Gerade auf Linien oder in Zeiträumen, wo kein großer Bus lohnt, könnten autonome Fahrzeuge einen Attraktivitätssprung im ÖPNV bedeuten, da sie perspektivisch mit vergleichsweise geringen Kosten pro Fahrt viel flexiblere Taktungen und Linienführungen erlauben“, so Thomas Brunke, Geschäftsführer der Rheingau-Taunus-Verkehrsgesellschaft.

Über das Pilotprojekt EASY

EASY (Electric Autonomous Shuttle for You) ist ein Pilotprojekt zum Test von autonomen Fahrzeugen und ihrer Nutzbarkeit für den öffentlichen Nahverkehr. Mit wechselnden lokalen Partnern untersucht der RMV im gesamten Verbundgebiet, wie und unter welchen Umständen sich autonome Fahrzeuge in den öffentlichen Nahverkehr eingliedern lassen. Für das Testfeld am Kloster Eberbach hat der Verbund sich mit dem Rheingau-Taunus-Kreis, der Stiftung Kloster Eberbach und der Rheingau-Taunus-Verkehrsgesellschaft zusammengetan. Das RMV-Tochterunternehmen rms übernimmt in dem Projekt die Gesamtleitung und die RMV-Tochter fahma die Bereitstellung der Fahrzeuge. Die wissenschaftliche Begleitung des Pilotprojektes erfolgt durch die University of Applied Sciences Frankfurt, die dabei seitens des House of Logistics & Mobility (HOLM) als regionaler Entwicklungs- und Vernetzungsplattform unterstützt wird. www.probefahrt-zukunft.de  

Über den RMV

Der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) ist einer der größten deutschen Verkehrsverbünde. Er koordiniert und organisiert den regionalen Bus- und Bahnverkehr auf rund 14.000 Quadratkilometern. Das sind rund zwei Drittel der Fläche des Bundeslandes Hessen. Im Verbundgebiet wohnen zirka 5 Millionen Menschen, zählt man die Einwohner in den Übergangstarifgebieten dazu, sind es sogar 6,7 Millionen Menschen. An den Start ging der Verbund 1995. Seitdem entscheiden sich kontinuierlich mehr Menschen für den RMV: 805 Millionen Fahrgäste bewegte im vergangenem Jahr. Damit trägt der RMV maßgeblich zur Entwicklung des Rhein-Main-Gebiets als pulsierende Metropolregion bei. www.rmv.de

 

Über die RTV

Die Rheingau-Taunus-Verkehrsgesellschaft mbH (RTV) ist der serviceorientierte Mobilitätsdienstleister im Rheingau-Taunus-Kreis. Das Unternehmen verfügt über keine eigenen Busse oder Bahnen, sondern fungiert als Bestellerin und Steuerungszentrale für die lokalen Verkehrsleistungen im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) mit aktuell 137 Fahrzeugen beauftragter Verkehrsunternehmen. Als Teil der Verbundfamilie des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV) wirkt die RTV zudem an dessen regionalem Bus- und Bahnangebot mit, als Gesellschafterin der CityBahn GmbH ist sie Teil des größten Infrastrukturprojektes in der Region Rheingau-Taunus-Wiesbaden-Mainz. Die RTV ist eine 100%ige Tochtergesellschaft des Rheingau-Taunus-Kreises. Die lokale Nahverkehrsorganisation (LNO) mit Sitz in Taunusstein feiert dieses Jahr ihr 25-jähriges Bestehen.

Über den Rheingau-Taunus-Kreis

Der Rheingau-Taunus-Kreis entstand 1977 durch die Zusammenlegung der beiden Kreise Rheingau und Untertaunus. 17 Städte und Gemeinden gehören zum Kreis, der rund 185.000 Einwohner hat. Er gehört mit neun weiteren Kreisen sowie vier kreisfreien Städten zum Regierungsbezirk Darmstadt. Die räumliche Nähe zu den Zentren des Rhein-Main-Gebietes gewährleistet eine gute Anbindung an die großstädtische Infrastruktur (Wiesbaden, Frankfurt, Mainz). Diese Verbindung von Infrastrukturausstattung und Wohn- bzw. Freizeitwert entspricht den von Emnid ermittelten Anforderungen von Unternehmen an den idealen Wirtschaftsstandort. Seine zentrale geographische Lage macht ihn von überall her gut erreichbar. Einen hohen Bekanntheitsgrad erhielt der Rheingau-Taunus-Kreis vor allem durch den Weinanbau, der seit dem 12. Jahrhundert im Rheingau nachweisbar ist.

Über die Stiftung Kloster Eberbach

Das ehemalige Zisterzienserkloster Eberbach im Rheingau wurde 1136 vom später heiliggesprochenen Abt Bernhard von Clairvaux gegründet. Es ist es ein Ort, an dem Wein und Genuss, Tradition und Zukunft, Begegnung und Dialog, Werte und Ideen eine Symbiose eingehen. Es besteht bis heute als fast vollständig erhaltenes Gesamtensemble herausragender Bauten aus Romanik, Gotik und Barock und zählt zu den beliebtesten Ausflugszielen Europas.

Parallel zur einmaligen Generalsanierung (begonnen im Jahr 1986) übertrug das Land Hessen 1998 die gesamte Liegenschaft Kloster Eberbach auf eine öffentlich-rechtliche Stiftung. Zu den Kernaufgaben der gemeinnützigen Stiftung Kloster Eberbach gehören, neben dem aufwendigen Unterhalt und Betrieb der denkmalgeschützten Klosteranlage, die Förderung kultureller Projekte und die Öffnung für die Öffentlichkeit. Besucherinnen und Besuchern die Bedeutung von Kulturgut erlebbar zu machen und zukunftsrelevant zu vermitteln, ist das erklärte Ziel. Die Stiftung finanziert sich über Eintrittsgelder, Spenden, Führungen, Veranstaltungen, Miet- und Pachteinnahmen. Der Stiftungsauftrag: Werte erhalten, Zukunft gestalten, Dialog fördern.

 

Copyright der Fotos: RMV/Arne Landwehr

Auf dem Bild zu sehen sind (v.l.n.r.): Timo Georgi, Vorstandsmitglied der Stiftung Kloster Eberbach, Frank Kilian, Landrat des Rheingau-Taunus-Kreises und Vorsitzender der Gesellschafterversammlung der Rheingau-Taunus-Verkehrsgesellschaft (RTV) sowie RMV-Geschäftsführer Prof. Knut Ringat

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