Historie Abteimuseum

Abteimuseum

Im Obergeschoss des Nord- und Westflügels der Klausur ist das Abteimuseum Kloster Eberbach untergebracht, dessen Aufgabe es ist, die ehemalige Abtei unter ordens-, kultur- und vor allem kunsthistorischen Aspekten in einen erläuternden Kontext zu stellen.

Das Museum wurde in Räumlichkeiten eingerichtet, die in den Jahren 1989-1995 einer grundlegenden Sanierung mit dem Ziel einer Rückgewinnung der ursprünglichen Raumproportionen saniert wurden. Ganz im Sinne klösterlich-zisterziensischer Kargheit wurde der gesamte betroffene Bereich mit einfachsten Mitteln hergestellt, d.h. das jeweils gewählte Baumaterial wurde in seiner natürlichen, möglichst unbehandelten Form verwendet.

 

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Zum prägenden Protagonisten des neu gegründeten Ordens und darüber hinaus zur führenden Gestalt seiner Zeit überhaupt wurde sehr rasch Bernhard von Clairvaux (1090/91-1153), der 1113 mit dreißig gleichgesinnten Freunden und Verwandten in Citeaux eintrat. Schon 1115 übernahm er das Amt des Abts im neu errichteten Kloster Clairvaux, von wo aus er entscheidend zum Aufschwung und zur Verbreitung des Zisterzienserordens beitrug. Durch ihn verwandelte sich das Reformkloster in ein außergewöhnliches Zentrum, das die religiöse und wirtschaftliche Entwicklung Europas entscheidend mitprägte. Er beeinflusste zugleich die geistlichen Streitfragen seiner Zeit und griff - wie etwa durch seine vielfach rezipierten Kreuzzugspredigten - in das politische Zeitgeschehen ein. 1136 kam er auf Wunsch des Mainzer Erzbischofs mit zwölf weiteren Mönchen aus Clairvaux in das Rheingauer Tal und gründete die Abtei Eberbach.

Der Aufbau des Museums folgt thematischen Schwerpunkten, die den Klosterräumen zugeordnet sind. Besondere Wertschätzung verdienen die gezeigten Orignalzeugnisse der Abteigeschichte, die sich zum Teil im Besitz der Stiftung Kloster Eberbach, teilweise aber auch im Eigentum öffentlicher, kirchlicher und privater Träger befinden und als Leihgabe in die Sammlung aufgenommen werden konnten.

Von herausragendem Wert ist das in der früheren romanischen Wärmestube platzierte einzig erhaltene Glasfenster der mittelalterlichen Klosterkirche. Dieses ehedem vermutlich im südlichen Querhaus befindliche Flechtbandfenster besteht aus unbemaltem Glas im ornamentalen Bleinetz und wird wegen des resultierenden grauen Farbtons als "Grisaille" (frz. gris = grau) bezeichnet. Die Grisailleverglasung befolgte streng das Ordensgebot des Verzichts auf Farbe und Figuren bei der Gestaltung der Fensterverschlüsse in den Kirchen der "Grauen Mönche".

Als ätestes erhaltenes (Ornament-)Glasfenster der Zisterzienser im deutschen Sprachraum ist die Eberbacher Grisaille sowohl für die Ordens- als auch für die Kunstgeschichte von erstrangiger Bedeutung.

Umriss und ornamentale Struktur der Eberbacher Grisaille sind die bildgebenden Elemente des ehemailgen Logos der Stiftung Kloster Eberbach. Im gleichen Raum befindet sich die Skulptur eines sitzenden Mönchs, die bislang als Darstellung Bernhards interpretiert wurde. Gesichert ist, dass es sich um eine herausragende Leistung spätgotischer Kunst am Mittelrhein handelt. 

Erwähnenswert ist weiterhin das erst 1992 bei Arbeiten im Dachreiter aufgefundene Byzantinische Kreuz, dessen Ursprung zeitlich vor Gründung Eberbachs datiert wird. Die genaue Herkunft des Kreuzes und sein Weg aus dem Orient nach Eberbach liegen noch im Dunkeln. Ein Zusammenhang mit der Kreuzzugsgeschichte ist nicht auszuschließen. 

Schließlich sei auf die barocken Portalskulpturen von Nikolaus Binterim hingewiesen, die 1774 über dem neu errichteten Westportal des Klosters zur Aufstellung gekommen sind. Die Skulpturen zeigen die Hauptpatronin des Ordens, Maria Immaculata, den Nebenpatron Johannes den Täufer, sowie den Gründer der Abtei, den Hl. Bernhard (Originale, auf dem Klosterportal befinden sich heute Replikate).

Seit 2013 werden Glasmalereifragmente der spätgotischen Fensterverglasung des Eberbacher Kreuzgangs aus einer mittelrheinischen Glasmalereiwerkstatt gezeigt. Diese sind nach intensiven Bemühungen der Stiftung Kloster Eberbach, der Mittelrheinischen Gesellschaft zur Pflege der Kunst e.V. und des Freundeskreises Kloster Eberbach e.V. restauriert und angemessen gefasst worden. Die Glasmalerei entstand um 1500 und wird als einzig verfügbares Zeugnis der ehemals vollständigen Kreuzgangverglasung als Dauerleihgabe des Landes Hessen im Abteimuseum präsentiert.

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