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Hospital und Bruderschaft

Hospital und Bruderschaft

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Vornehme Gäste fanden Aufnahme im Abtshaus oder im Gästehaus. Elende und Kranke wurden im Armenhospital betreut. Alle drei Einrichtungen verfügten über eigene Haushaltungen mit Küchen und Kellern und entsprechendem Dienstpersonal. Deutlich wird dabei auch die - nicht immer konfliktfreie - Rolle des Klosters als Arbeit- und Auftraggeber. Die Begegnungen mit Gästen vielerlei Art konnten durchaus „weltliche" Züge tragen. Personelle Beziehungen reichten über die Grenzen des Rheingaus hinaus: bis ins Elsaß, in die Schweiz, nach Bayern, Thüringen und Sachsen.

Kloster Eberbach erscheint auch als spiritueller Mittelpunkt der Region. Beim Armenhospital gab es zur geistlichen Versorgung einen Heilig-Geist-Altar und eine Kapelle. Seit 1403 widmete sich eine Laienbruderschaft der Pflege der Kranken und der Begleitung Sterbender. Die Mitglieder förderten so durch „Caritas" und „Memoria" auch ihr eigenes Seelenheil. Vom Wirken der Hospitalbruderschaft zeugt eine bisher kaum beachtete spätmittelalterliche Handschrift der Hochschul- und Landesbibliothek RheinMain in Wiesbaden.

Sie wird im Anhang vollständig ediert und erweist sich als eine ergiebige Geschichtsquelle. Für die Zeit um 1500 bietet sie Informationen zur Landes- und Ortsgeschichte, zur Klostergeschichte, zur Sozial- und Familiengeschichte, zur Alltagsgeschichte wie auch zur Namenkunde. - Namenlisten der Vorsteher von Gästehaus und Hospital und zwei Indizes ergänzen die Publikation. Das großzügig bebilderte Buch wendet sich an alle, die sich für die Geschichte des Rheingauklosters interessieren oder die sich wissenschaftlich mit Zisterzienserforschung und Klostergeschichte beschäftigen.

Anschrift und Auslieferung: Historische Kommission für Nassau,

Mosbacher Straße 55, D-65187 Wiesbaden, Tel. 06111881-0, Fax 06111881-145

E-Mail: poststelle@hhstaw.hessen.de