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Aktuelles vom Freundeskreis

Ihr Lieblingsort im Kloster Eberbach

Haben Sie auch einen Lieblingsort im Kloster, den Sie ganz besonders gerne aufsuchen? Oder hat es Ihnen ein Objekt im Museum oder im Rundgang ganz besonders angetan?

Dann geht es Ihnen wie uns, den Vorstandsmitgliedern des Freundeskreises Kloster Eberbach. Wir wollen Ihnen in den folgenden Monaten in loser Abfolge auf dieser Seite immer wieder solche Orte oder Objekte und die dazugehörige Person vorstellen, Ihnen so das Kloster nach Hause bringen und Sie ermutigen, bald wieder einen Besuch in Kloster Eberbach zu planen. Wir freuen uns auch über Zuschriften zu Ihrem ganz persönlichen Lieblingsort oder Lieblingsobjekt unter freundeskreis@kloster-eberbach.de (max. 150 Wörter).

Eine Mitgliedschaft im Freundeskreis Kloster Eberbach kostet 25,- Euro im Jahr. Sie unterstützen damit ausdrücklich Publikationen, Veranstaltungen und Vorträge zur Erforschung der Geschichte des Klosters und profitieren von Studienreisen, besonderen Veranstaltungen und der Gemeinschaft von historisch Interessierten. Wir freuen uns auf Ihren Mitgliedsantrag.

Abt Valentin Molitor (1600-1618)

Irene und Josef Hirschmann

Mit Abt Valentin bin ich schon seit vielen Jahrzehnten innig verbunden. Seine Grabplatte ist eine der besterhaltenen und schönsten Grabplatten, heute an der Nordwand der Kirche an 20. Stelle von der Kreuzgangstür aus gesehen.
Meiner Familie gehört die von ihm 1610 so großartig neu aufgebaute Mühle am Fuße des Mühlbergs in Kiedrich. Da er aus Rauenthal stammte, und ich mit meinem Mann 25 Jahre dort wohnte, konnten wir erreichen, dass eine Straße in dem kleinen Neubaugebiet seinen Namen trägt. 1563 geboren, wurde er mit 37 Jahren am 25. Juni 1600 zum 44. Abt gewählt. 1605 und 1609 war er im Generalkapitel in Cîteaux im Ausschuss für die Vorbereitung und Durchführung des Generalkapitels und brachte die Vicariatsgewalt (Stellvertreter des Generalabtes) für die Rheinischen Provinzen mit. Von seiner umfangreichen Korrespondenz sind noch drei Bände mit Briefkopien erhalten.
Er war ein glänzender Lateiner, Förderer von Wissenschaft und Kunst, hoch angesehen weit über Eberbach hinaus, aber auch ein ausgezeichneter Ökonom. Jedes Jahr schrieb er einen weinbezogenen Herbstbericht. Ende 1617 erkrankte der Abt schwer und starb, vom Konvent tief betrauert, mit 55 Jahren am 19. Januar 1618.

Irene Hirschmann


Literatur:
Staab, Josef: Valentinus Molitor aus Rauenthal. 44. Abt von Eberbach (1600-1618). In: Rheingau-Forum. Zeitschrift für Wein, Geschichte, Kultur 9, 2000, Heft 2, S. 12-19.

Monsees, Yvonne: Grabmäler in Kloster Eberbach – Ein Rundgang. Hrsg. vom Freundeskreis Kloster Eberbach, Eltville 2009, S. 40-42.

Eine beidseitig gestaltete Grabplatte

Doris Moos, Geschäftsführerin des FKE

In der zweiten Südkapelle der Eberbacher Basilika von Westen befindet sich eine außergewöhnliche Grabplatte: sie ist von beiden Seiten gestaltet!
Ursprünglich war sie für das aus Erbach (Rheingau) stammende Ehepaar Kraft von Allendorf und Lisa Wolff von Sponheim vorgesehen. Sie wurde vermutlich aufgrund gravierender Fehler u.a. bei der Angabe des Sterbejahres verworfen und für den 1506 in Eberbach verstorbenen Abt Martin Rifflinck zweitverwendet.
Die Grabplatte dieses für das Kloster sehr bedeutenden Abtes galt lange Zeit als verschollen und wurde erst im Rahmen der Generalsanierung 2000 entdeckt.
Abt Martin Rifflinck lebte und wirkte einflussreich an der Zeitenwende um 1500 und beeinflusste die Eberbacher Geschichtsforschung nachhaltig durch seine außergewöhnliche Schreibtätigkeit, insbesondere durch sein akribisch geführtes Geschäftstagebuch. Während der Blütezeit des groß angelegten Eberbacher Weinhandels - dem wichtigsten Wirtschaftszweig des Klosters – ließ er zum Jubeljahr 1500 das Große Fass mit 71.000 l Wein füllen, sowie aus diesem Anlass zahlreiche Renovierungen und Verzierungen im Klausurbereich vornehmen. Abt Martin ließ auch den berühmten Eberbacher Bibliothekskatalog von 1502 herstellen.

Doris Moos


Literatur:
Yvonne Monsees: Verloren und wiedergefunden – zur Grabplatte des Abtes Martin Rifflinck. In: Riedel, Wolfgang (Hrsg.). Das Zisterzienserkloster Eberbach an der Zeitenwende. Abt Martin Rifflinck (1498-1506) zum 500. Todesjahr. – Mainz 2007 (Quellen und Abhandlungen zur mittelrheinischen Kirchengeschichte 120), S. (432) 433-447.

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Der Freundeskreis Kloster Eberbach hat die letzten Monate genutzt und an einem Alternativprogramm gearbeitet. Wir planen für Sie an dieser Stelle regelmäßig interessante und informative Beiträge verschiedener Wissenschaftler, die über Eberbach, neue Forschungsprojekte oder zisterziensische Themen sprechen werden.

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