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Online-Vortrag

«Anno Domini 1508 han ich leppkuchen gemacht»: Gabentausch in der Frauenzisterze Günterstal im 15. und 16. Jahrhundert.

Dr. Edmund Wareham, Universität Oxford (GB), Vortrag in deutscher Sprache

Sonntag, 23.1.2022, 17:00 Uhr

Dr. Edmund Wareham studierte Geschichte und Germanistik am Jesus College in Oxford und an den Universitäten Trier und Freiburg im Breisgau in Deutschland und wird in diesem digitalen Vortrag über die Hauswirtschaft des Klosters Günterstal bei Freiburg im Breisgau berichten sowie über Klosterbräuche, die Almosenordnung und Neujahrsgeschenke in deutschen Klöstern im 15. und 16. Jahrhundert.

Bitte melden Sie sich per E-Mail zum Vortrag an.

Inhalt:

Seit weit über einem Jahr sind wir gezwungen, weniger Kontakt zu Familie und Freunden haben. Für Mönche und Nonnen im mittelalterlichen Deutschland, die in Klausur lebten, war der Mangel an persönlichen Kontakten mit Menschen außerhalb des eigenen Klosters völlig normal. Geschenke boten ihnen eine innovative Strategie der symbolischen Kommunikation, um die Menschen jenseits der Klostermauern an ihre Anwesenheit zu erinnern und sie wertzuschätzen.

Gerade Nonnen begannen im 15. Und 16. Jahrhundert in ganz Deutschland zu Weihnachten kleine "Klostergeschenke" z.B. in Form von Lebkuchen zu verteilen. Dies lässt sich für die Zisterzienserabtei Günterstal bei Freiburg im Breisgau sehr gut aufgrund eines erhaltenen Notizbuches rekonstruieren.

Die Herstellung der neuen Backwaren war nicht einfach. Zunächst mussten auf den Märkten die erforderlichen Zutaten wie Ingwer, Pfeffer, Muskatnuss, Zimt, Galgant und Safran gekauft werden. Diese Gewürze waren nicht billig und wurden teilweise gefälscht.

Neue Lebkuchenrezepte mussten mit den richtigen Mengen an Roggenmehl, Honig und Gewürzen gemischt und ausprobiert und die Ofentemperatur speziell für Gebäck angeheizt werden.

Auch die Verteilung der Backwaren, die sich nach Gewicht, Farbe, Form und Verpackung richtete, musste organisiert werden. Status, Geschlecht und Alter des zu Beschenkenden spielten eine Rolle bei der Auswahl der Lebkuchen.

Was steckte hinter diesen Geschenken? Zum einen warf die Verteilung der Lebkuchen nicht nur ein gutes Licht auf die Beschenkten, sondern auch auf die Abtei selbst. Sie machte die Verbindungen der Abtei mit der Außenwelt öffentlich und war ein sichtbares Zeichen dafür, dass die Frauenklöster keineswegs isolierte Einrichtungen waren.

Zweitens waren die Geschenke ein Zeichen der Freundschaft. Da aufgrund der Klausur keine persönlichen Begegnungen möglich waren, gewannen die Geschenke an Bedeutung, um Außenstehende an die ständige Präsenz der Nonnen in ihrem Leben zu erinnern.

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